Hessisches
Puppenmuseum
Aktuell
Veranstaltungen
Monatsplan
Archiv
Veröffentlichungen
Links
Von A bis
Z
Galerie
Das kleine Format
Grafik und Zeichnungen von Ferry Ahrlé / Frankfurt am Main
(1. Mai bis 26. Juni 2005)
![]() Schaut man sich in der Kunstgeschichte um, bestätigt sich dieser Satz. Zum Beispiel in den kleinen Formaten bei Rembrandt, die oft nicht größer als 6 x 6 cm sind. Man hat das Gefühl, als habe der Meister während des Zeichnens Selbstgespräche geführt und alles, was ihn beschäftigte zu Papier gebracht. Mit Stift oder Feder gibt er tiefe Einblicke in sein Innenleben. Sein Selbstbildnis von 1628 im Format von 12,7 x 9,5 cm beweist dieses. Fantasie und Monumentalität auf ein paar Zentimetern zeigen seine christlichen Themen. Nicht nur der Strich, auch die Nuancen der Lavierung betonen die Formen und geben Rembrandts Darstellungen Dynamik und Ausdrucksstärke.
Carl Spitzweg malte viele seiner Bilder auf dem Deckel von Zigarrenkisten. "Nur durch das Fernglas, nur von weitem", beschrieb er seine Sicht auf die Welt. Er war ein zeichnender Philosoph mit einem lachenden und weinenden Auge. In seinem kleinen Skizzenbuch hielt er mit wenigen Strichen das Charakteristische, Ungewöhnliche und Humoristische seiner Beobachtungen fest. Auf der Straße, im Wirtsgarten oder auf einer Wanderung in den Bergen, überall führte er ein zeichnerisches Tagebuch. Er ist der bayerische Antipode des Preußen Adolph Menzel mit seinen großen Historiengemälden. Aber daneben ist auch dieser ein Meister des kleinen Formats. Das zeigen die Skizzen seiner Familie oder die aus dem Leben des Alten Fritz. Auf ihn passt der Satz Goethes, der oft auch kleinformatig arbeitete: "Zeichnungen sind unschätzbar, nicht nur, weil sie die rein geistige Intension des Künstlers geben, sondern auch, weil sie uns unmittelbar in die Stimmung versetzen, in welcher der Künstler sich in dem Augenblick des Schaffens befand."
Dieser kleine Rundblick auf einige große Meister des kleinen Formats zeigt, was alles auf einem kleinen Stück Papier möglich ist. Und wenn heute immer größer werdende Formate die Wände sprengen, spürt man trotz oder gerade wegen ihrer Monumentalität oft große Langeweile. Nicht die Größe macht die Größe - denken wir an die 6 x 6 cm von Rembrandt.
Ferry Ahrlé
In Frankfurt am Main geboren und in der pulsierenden Metropole Berlin aufgewachsen, kommt er früh mit der Kunst in Berührung. Sein Vater René Ahrlé zählt zu den Großen der Werbegraphik und erschließt ihm die Faszination des Zeichnens und Malens. Er studiert an der Akademie der bildenden Künste u. a. bei Max Kaus. Kontakte zum Deutschen Theater begeistern Ahrlé für die Bühne. Er nimmt neben seinem Studium Schauspielunterricht bei dem späteren Burgschauspieler Albin Skoda. Das von Ahrlé gemalte Porträt Skodas als "Torquato Tasso" hängt im Burgtheater in Wien. Zwei Spielzeiten zeichnet er die Programmtitel der Berliner Philharmoniker, darunter die Porträts von Celibidache, Furtwängler, Menuhin und Klemperer. Sein Atelier wird Mittelpunkt von Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern. Er entwirft Dekorationen für den Film "Berliner Ballade" und für das literarische Kabarett "Die Stachelschweine".
- Sehen und sehen lassen, Autobiografie - Galerie der Straße - Große Meister der Plakatkunst - Flötentöne ohne Noten - Balkone - Vier Wände und ein bisschen mehr - Mögliche Begegnungen - Mosaik eines Erfinderlebens (Henri Nestlé) - Mir werden Flügel wachsen, der Mensch wird fliegen - Türme der Macht und des Geistes - Straßen, Lebenslinien europäischer Städte - Von Gönnern und Könnern, Finanzgenies und ihre Baukünstler
- Prix Toulouse-Lautrec, Paris (1962) - Grand Prix International des Dessins, Deauville (1965) - "Golden Award" auf dem "Internationalen Film- und Fernsehfestival, New York (1980) - Erster Preis für die Serie "Deutsche Städte" auf dem "Internationalen Tourismusplakat-Wettbewerb", Paris (1983) - Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main (1984) - Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1985) - Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich (1990) - Prix Rabelais, Chinon (1994) - Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main (2004)
Öffnungszeiten: Di - So, jeweils 10-12 und 14-17 Uhr
Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181 / 86212, Fax 06181 / 840076, e-mail: hesspuppenmuseum@aol.com |