Hessisches Puppenmuseum
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Antikensammlung
im "Blauen Salon"

Antike Kostbarkeiten in Hanau-Wilhelmsbad

Das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der einstigen Kur- und Badeanlagen Hanau-Wilhelmsbad zeigt auf rd. 750 qm Schaufläche die Entwicklung der europäischen Spielpuppe von der Antike bis zur Barbie.

Ein herausragendes Themengebiet bildet die Antikensammlung (griechisches, römisches, altorientalisches Spielzeug und Verwandtes), die seit Mai 2000 im "Blauen Salon" dauerhaft der Öffentlichkeit präsentiert wird. Mit derzeit 151 Objekten und Objektgruppen zählt sie zu den umfangreichsten Sammlungen dieser Art in einem Spielzeugmuseum überhaupt. Ihr Grundstein wurde 1983 durch den Erwerb einer korinthischen Gliederpuppe aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gelegt. Seitdem konnte sie mit Unterstützung öffentlicher und privater Geldgeber ständig erweitert werden.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf den Puppen der alten Hochkulturen. Es ergab sich jedoch immer wieder Gelegenheit, Gegenstände zu erwerben, die als Spielzeug gedeutet werden können und damit ein vollständigeres Bild vom Kind und der Kindheit in der Antike vermitteln. Dazu zählen Rasseln, Tonpfeifen, Rädertiere, Miniaturgefäße, Nachbildungen von Arbeitsgeräten und Lasttieren sowie ein Ball.

In der griechisch-römischen Antike stand die Puppe stellvertretend für die Jugend eines Mädchens. Zusammen mit anderem Spielzeug wurde sie beim Eintritt in das Erwachsenenalter bzw. vor der Hochzeit einer Gottheit geopfert. Die meisten erhaltenen griechischen Puppen stammen aus Gräbern oder Heiligtümern weiblicher Gottheiten, die für die heranwachsenden Mädchen eine Schutz- und Vorbildfunktion besaßen. In der archaischen und klassischen Epoche (6. - 4. Jahrhundert v. Chr.) stellen die Puppen geschlechtsreife junge Mädchen oder Frauen dar. Erst die Zeit nach Alexander dem Großen (gest. 323 v. Chr.), der sog. Hellenismus, entdeckt die Kleinkinderpuppe, auch als Knabe, die sich dann in römischer Zeit weiterentwickelt.

Mit Ausnahme der griechischen Rumpfpuppe und der römischen Knochen- und Elfenbein-puppen der frühen und mittleren Kaiserzeit sind in der Sammlung des Hessischen Puppenmuseums alle bekannten Puppentypen der griechisch-römischen Antike vertreten. Sie erlauben dem Besucher einen unmittelbaren Zugang zur Realität einer längst vergangenen Zeit, wie ihn die schriftliche Überlieferung nicht in gleicher Weise ermöglicht.

Nicht ausgestellte Objekte der Antike können Sie hier online im Virtuellen Museum sehen.

Ein reich bebilderter Katalog, 250 Seiten, Fadenheftung, ist im Hessischen Puppenmuseum und über den gutsortierten Buchhandel erhältlich:
Die Antikensammlung des Hessischen Puppenmuseums: Griechische, römische, altorientalische Puppen und Verwandtes, 2000, ISBN 3-934257-05-4, 25 Euro
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Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.04.2000 Spielen wie ein Ägypter






Öffnungszeiten: Di - So, jeweils 10-12 und 14-17 Uhr

Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181 / 86212, Fax 06181 / 840076, e-mail: hesspuppenmuseum@aol.com



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letztes update: 29.07.2003