Hessisches
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Spielzeug aus Buchener Familienbesitz aus Anlaß des Jubiläums "1200 Jahre Buchen" (27. Januar bis 8. März 1998)
Mobiliar eines Bürgerhaushalts
Spielzeug aus Buchener Familienbesitz im Puppenmuseum
ric. HANAU. Geschwungene Fronten und geflammte Furniere zieren drei Eßzimmer-Büfetts. Glasaufsätze mit einer, zwei oder drei Türen komplettieren die Prunkstücke eines gutbürgerlichen Haushalts. Als "Gelsenkirchener Barock" waren sie von den dreißiger bis zu den fünfziger Jahren beliebt und verpönt. Die Schränke stehen weder in einer Wohnung noch im Möbelbunker, sie sind als verkleinerte Abbilder in der jüngsten "Fensterausstellung" des Hessischen Puppenmuseums zu sehen.
Mit den Raritäten aus dem Privatbesitz von Buchener Familien würdigt das Museum in Hanau-Wilhelmsbad die 1200-Jahr-Feier von Mittelbuchen und Wachenbuchen, die heute Stadtteile von Hanau beziehungsweise Maintal sind. Sehenswert sind die Stücke nicht allein wegen ihrer kunstvollen Miniaturisierung, sie geben vor allem ein authentisches Bild von den Wohnverhältnissen der jüngsten Vergangenheit. Das gilt besonders für eine Kollektion selbstgebauter Möbelstücke, bei denen die Werbeschrift "Treffer" auf Seiten und Türen erkennen läßt, daß als Material Zigarrenkisten verwendet wurden. Bei der obligatorischen Kredenz ist der Aufsatz mit Butzenscheiben verglast. Der hochformatige Besenschrank ist bestückt mit einem Strohbesen zum Fegen und einem schweren Bohnerbesen zum Polieren. Der Kühlschrank ist ein beeindruckendes Beispiel für die Haushaltstechnik der Vorkriegszeit. Mit soliden Blecheinbauten, mit Haken und Gitterrosten, mit dem Eisfach an der Ober- und dem Tauwasserablauf an der Unterseite stellt er eine detaillierte Kopie des Originals dar. Fertig gekauft wäre dieses wertvolle Spielzeug seinerzeit sicher zu teuer für die meisten Familien gewesen. Überdurchschnittlicher Komfort findet sich auch in einer Puppenstube voller prächtiger Polstermöbel mit Samtbezügen und Neorenaissance- Aufbauten auf den Lehnen, mit Waschtisch und Wasserkanne und mit handgemalten Blendsäulen vor den Trennwänden. Weitere Details aus jener Zeit sind ein blau emailliertes Bürstenblech für die Küche mit komplettem Bürsten- und Pinseleinsatz für alle denkbaren Reinigungsaufgaben oder ein Küchenschrank mit Porzellandosen für Nahrungsmittel von Gries bis Sago. Eine edle Puppe in Krankenschwestertracht von Armand Marseille (um 1910) und andere Biskuitpuppen zeigen, daß sich die Bürger in den ländlichen Gemeinden gelegentlich auch kostspieliges Spielzeug leisteten. Üblicherweise aber gab man den Kindern nur die Zelluloidpuppen mit Haarprägung in die Hand. Die Ausstellung "1200 Jahre Buchen" ist bis zum 8. März jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr im Hessischen Puppenmuseum in Hanau-Wilhelmsbad, Parkpromenade, zu sehen.
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