Hessisches
Puppenmuseum
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Eine fröhliche, bunte Volksversammlung. 2000 Kinder und Erwachsene beim Martinsumzug - so viele wie noch nie.
HANAU. Dunkel war's, kein Mond schien helle..., aber aus allen Himmelsrichtungen bewegten sich am Mittwoch abend hunderte von Glühwürmchen auf den Wilhelmsbader Park zu: mehr als 500 Kindergarten- und Hortkinder aus sechs Hanauer Einrichtungen, begleitet von Erzieherinnen, Eltern, Geschwistern und Omas waren da auf dem Weg zum Martinsumzug! Sie trugen Lampions nicht nur mit Sonne, Mond und Sternen vor sich her, zu sehen gab es die kunstvollsten Modelle in Gestalt von Drachen, Katzen, Mäusen, Halloween-Kürbissen, Störchen, Wichteln - alle selbstgebastelt aus Ton- Transparentpapier! Einer fröhlichen, bunten Volksversammlung glich der Treffpunkt vor dem Kurhaus, der Fürstenbalkon, der zum Hessischen Puppenmuseum gehört, war mit blauen, roten und gelben Glühbirnen dekoriert, in den Kolonnaden darunter verkauften Helfer Kinderpunsch, Glühwein und Weckmänner, gesponsert von Kurhaus-Gastronom Manfred Juchem und dem Cafe Weiermann. Angeführt von Sankt Martin - alias Sarah, 14 Jahre alt - und einem Pony vom Rosenhof formierte sich ab 18 Uhr der Marsch durch den Park, vorbei an Teich, Ruine und Karussell, machte einen Schlenker in Richtung Einsiedler und kehrte nach einem Bogen um das Comoedienhaus wieder zum Ausgangspunkt zurück. Der Laternen-Lindwurm war so lang, daß die ersten bereits in den hinteren Parkteil entschwanden als die letzten sich in Bewegung setzten. Mittlerweile wurde der Musikpavillon mit Fackeln erleuchtet, Erzieherinnen griffen zu ihren Gitarren und stimmten die traditionellen Laternenlieder an: "ra-bimmel-ra-bammel-ra-bum!" Erstaunlich schnell hatten dann auch die Schlußlichter den Platz unter den laublosen Kastanienbäumen erreicht, wo sich Sankt Martin mit einer kurzen Spielszene von den Kindern verabschiedete. Dabei vergaßen viele Kids, in der einen Hand die leuchtende Ampel, in der anderen den Rosinenweck, vor Staunen das Mitsingen. Inzwischen gingen an den Eß- und Getränkeständen die Vorräte aus, 800 Gebäckstücke, 50 Liter Kinderpunsch und die gleiche Menge Glühwein hatten reißenden Absatz gefunden. Was für einigen Unmut sorgte, aber mit einem solchen Ansturm hatte niemand gerechnet. Auf etwa 2 000 kleine und große Pilgerinnen und Pilger schätzte Museumsleiter Martin Hoppe vom Hessichen Puppenmuseum den Besuch. Er hatte den Umzug initiiert und gemeinsam mit Vertreterinnen der Kinderburg- und des Kinderhortes West, der Kindertagesstätte der Johanneskirchengemeinde, des Kindergartens Mittelstraße, des St. Elisabeth-Hauses, der Heinrich-Heine- sowie der Wilhelm-Geibel-Schule organisiert. Seinem, beim Amtsantritt vor einem Jahr formulierten Anspruch, den historischen Staatspark von Wilhelmsbad in die Aktivitäten des Museums mit einzubeziehen, wurde er mit dem Großereignis rundherum gerecht. Die geäußerte Kritik - anfängliche Desorientierung wegen zu leiser Lautsprecherdurchsagen, zu wenig Speis' und Trank -, wollen die Gemeinschaftsveranstalter in den nächsten Tagen aufarbeiten, "es war halt ein Experiment", meinte Hoppe gelassen, "aus den Fehlern kann man nur lernen. Insgesamt war's doch sehr schön." Autor: Von Ruth Dröse
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