Hessisches
Puppenmuseum
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Sahnedibbscher, Bembel und Butterfässer im Miniaturformat.
Exponate, zum Teil winziger als ein Fingerhut: eine Ausstellung mit Kleinkeramik im Hessischen Puppenmuseum.
HANAU. Irdene Gebrauchskeramik en miniature kann derzeit im Hessischen Puppenmuseum bewundert werden. Getupft, geblümt oder mit bunten Schlieren versehen präsentieren sich in der "Kleinen Fensterausstellung" Milchkrüge, "Sahnedibbscher", Butterfässer, Kasserollen und Kuchenformen im Kleinformat. Sogar Ebbelwoi-Bembel, Oel- und Essigsets, Blumenvasen und Kerzenständer können entdeckt werden. Genaues Hinschauen ist obligatorisch, denn viele Exponate sind winziger als ein Fingerhut. Ob Kaffee-, Tee- oder Saftservice für Kinderzimmer und Puppenhaus: alle entsprechen im Design dem im bäuerlichen Haushalt gebräuchlichen Original. Zum Größenvergleich gibt es Anschauungsobjekte, beispielsweise Guglhupf-Formen oder Käse-Seiher in den Varianten klitzeklein, mittelgroß und "normal". Die Ausstellungsstücke stammen aus der Sammlung von Gisela und Wolfgang Bickel in Armsheim. Das Ehepaar hat Kinder- und Puppenkeramik aus den Töpferlandschaften Westerwald, Odenwald, Allgäu, Rheingau, Elsaß und Lausitz zusammengetragen, wo sie in den vergangenen 30 Jahren nach alten Vorlagen produziert wurden. Ausnahmen bilden die Kindergeschirre aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus Westfalen, die aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen sowie das modern gestaltete Steinzeug und Porzellan aus den Werkstätten von Gotlind Weigel und Walburga Külz. Auch wenn die Objekte relativ "jung" sind, haben sie bereits einigen Wert: der Sammler zahlt für die Designer-Teekanne im Puppenstubenformat soviel wie für eine große, etwa 200 Mark! Das ist nicht immer so gewesen, als die kleinen Geschirre früher traditionell für das weihnachtliche Puppenhaus hergestellt wurden, waren sie "Pfennigware". In einem Begleittext zur Ausstellung wird die Tochter des letzten Häfners in Rheinhessen, Maria Jacob, zitiert. "In der Adventszeit" erzählt sie, "ist unsere Mutter mit dem Keetz auf die Dörfer, um Puppengeschirr zu verkaufen. Wenn wir sie fragten: "Mutter, wie war's denn?", hat sie oft gesagt: "'s war e bißche besser wie gebettelt!" Im Hessischen Puppenmuseum wird ab Ende Januar Puppenkeramik aus der Töpferei Ulrich Trautmannaus Vaihingen zum Verkauf angeboten. 100 Geschirrteile hat Museumsleiter Martin Hoppe geordert, die Stückpreise sind zivil: Zwischen vier und zehn Mark kostet ein Becherchen oder ein Schälchen, für Artikel mit Henkel müssen etwa zwölf Mark berappt werden. Die Ausstellung dauert noch bis zum 14. März, sie ist eine sinnvolle Ergänzung und rustikale Fortsetzung der Schau, die im Frühjahr 1996 unter dem Motto "Der gedeckte Tisch" hier zu sehen war. Damals konnte aus Beständen des Museums aristokratisch dekorierte Tafeln besichtigt werden darunter ein Gedeck aus Delft, ein Petit Dejeuner aus Limoges und Imitate von Meißner Porzellan. Autor: Von Ruth Dröse
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