Hessisches Puppenmuseum
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Wir fahren mit der Eisenbahn... (23. Februar bis 29. Juni 2003)


Frankfurter Rundschau Zeitung 24.04.2003


HINTERGRUND

Ein Fest für Eisenbahnfans

Industriegeschichte im Modell

BAD HOMBURG. Kostbares Holz- und Blechspielzeug rund ums Thema Eisenbahn, darüber hinaus Kutschen und Pferdefuhrwerke, die um 1850 bis 1910 zu datieren sind, hat der Bad Homburger Sammler Rainer Schwalm dem Hessischen Puppenmuseum im Hanauer Schloss Wilhelmsbad zur Verfügung gestellt.

Ältestes Ausstellungsstück ist eine rund 1,20 Meter lange Holzeisenbahn, die durch das "Waldkirchener Musterbuch" von 1850 belegt ist. Sie setzt sich aus einer Lok mit Lokführer, Tender mit Heizer, vier Coupéwagen mit Personen und einer fünfteiligen Rampe zusammen. Zudem sind frühe Märklin-Eisenbahnen der Spur II zu sehen, die alle vor 1910 hergestellt wurden. Hinzu kommt Zubehör wie Pferdeställe, Kutschen, Bahnhöfe, Signalgeber und viel Detailgetreues mehr. Die Ausstellung ist nicht nur ein Novum für das Hessische Puppenmusem, sondern auch "ein Fest für Eisenbahnfans", freut sich Hanaus Museumsleiter Martin Hoppe. Eines der traditionellsten Spielzeuge, nicht nur für Jungen und deren Väter, ist noch immer die Eisenbahn; sei es mit Uhrwerkaufzug oder elektrischem Antrieb.

Anno 1835 begann das Zeitalter der Eisenbahn in Deutschland mit der Fahrt des ersten Zuges zwischen Nürnberg und Fürth. Doch die erste Spielzeugeisenbahn ratterte erst 50 Jahre später. Auf der Leipziger Spielwarenmesse zeigte die Firma Märklin erstmals komplette Eisenbahnanlagen, ein Konzept, das sich durchsetzte und das Firmen wie Bing und Carette schnell übernahmen.

Mit Beginn der Industrialisierung begann auch der Siegeszug des Blechspielzeugs. Weißblech wurde in größeren Mengen hergestellt und war daher sehr billig. Die neu entstandene bürgerliche Mittelklasse war ein wichtiger Abnehmer, und es gab genügend qualifizierte Facharbeiter. Die ersten Blechspielwaren wurden von kleinen Familienbetrieben in Handarbeit hergestellt. Daraus entwickelten sich im Laufe der Zeit größere Spielzeugfabriken, wie etwa die Firma Issmayer, die sich im Jahre 1818 in Nürnberg gründete. Ihr folgten Firmen wie Hess, Märklin, Bing, Günthermann, Lehmann und Carette bis hin zu Fleischmann.

Als 1885 Karl Benz das Auto erfand, entwickelte die Firma Bing bald das erste Spielzeugauto; Carette und Märklin zogen nach, wobei Märklin sich mehr auf Eisenbahnen spezialisierte.

Was früher Kinderspielsachen waren, sind heute nicht nur hoch bezahlte Sammelobjekte, sondern auch Zeugen der Industriegeschichte. Wer mehr wissen möchte, dem sei der Prachtband des international bekannten Sammlers Paul Klein Schiphorst empfohlen: "Die goldenen Jahre der Blechspielzeug-Eisenbahnen 1850 bis 1909", 360 Seiten, über 1000 Abbildungen im Vierfarbdruck, 24 mal 30 Zentimeter, Leinen mit Schutzumschlag, (ISBN 3-905111-81-0), AS Verlag & Buchkonzept, Zürich. Er kostet 198 Euro. ute

Öffnungszeiten Hessisches Puppenmuseum: Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, Parkpromenade 4, Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 0 61 81 / 8 62 12.

 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2003
Dokument erstellt am 24.04.2003 um 00:08:20 Uhr
Erscheinungsdatum 24.04.2003

 

Frankfurter Rundschau 24.04.2003 Verrückt nach Märklin, Spur II


Öffnungszeiten: Di - So, jeweils 10-12 und 14-17 Uhr


Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181 / 86212, Fax 06181 / 840076, e-mail: hesspuppenmuseum@aol.com



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