Hessisches Puppenmuseum
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Japan-Wochenende (9. und 10. August 2003)


Frankfurter Rundschau 24.07.2003


Hinter deutschem Teppichboden lagern Tatamis

Der Dietzenbacher Raumausstatter Norman Seidel hat sich auf japanische Einrichtungen spezialisiert

Wir bewegen uns täglich durch ein Gewirr von Firmenschildern. Manchmal verraten die Namen etwas über die Branche, allzu oft aber bleibt im Verborgenen, was hinter den Fassaden gearbeitet und produziert wird. Die FR öffnet für ihre Leser die Firmentore und blickt in einer Serie über heimische Wirtschaftsbetriebe hinter die Kulissen. Heute stellen wir den Dietzenbacher Raumausstatter Norman Seidel vor, der spezialisiert ist auf alles, was mit Japan zu tun hat.

Von Wiebke Rannenberg

DIETZENBACH. An den Wänden sind geraffte Vorhänge befestigt, auf Ständern hängen die Muster für Gardinen und Sesselbezüge - wer das Geschäft von Norman Seidel in einer Einfamilienhaussiedlung im Dietzenbacher Stadtteil Steinberg betritt, sieht zunächst den ganz normalen Laden eines Raumausstatters. "Das ist das Tagesgeschäft", sagt Seidel. Dass er das beherrscht, beweist der Meisterbrief, der neben dem seines Vaters gerahmt an der Wand prangt. Vor zehn Jahren hat er den 1964 gegründeten Betrieb von seinem Vater übernommen.

Doch die Leidenschaft des 37-Jährigen gilt nicht deutschen Teppichböden und Rüschenvorhängen - er hat sich auf Shoji-Wandverkleidungen, Goza-Boden-Matten, Tatamis und Noren spezialisiert. Und so sieht, wer durch den Türvorhang (Noren) mit den Fischen darauf die hinteren Räume des Ladens betritt, ein Sammelsurium von alten japanischen Möbeln, Stoffen, Reisstrohmatten (Tatami), Keramik, Puppen und dem, was das fernöstliche Land sonst noch an Wohndekoration zu bieten hat.

Auch Kimonos hängen an den Wänden, besonders prächtig ist ein roter, bestickt mit Fächern und goldenen Blättern. Die Schubladen der Schränke sind exakt 38 Zentimeter tief - das Kimonomaß. Aus Streifen dieser Breite werden die wertvollen Kleidungsstücke genäht, Seidel lagert einige hundert Meter von unterschiedlichen Stoffen in den Schubladen. "Wir leben noch mit dem 70er-Jahre China-Syndrom, dass alles aus Asien billig ist", sagt er. Gegen diese Einschätzung setzt Seidel hochwertige Waren, die er kaum in der Gartenstraße 4 in Dietzenbach verkauft, sondern über das Internet unter www.Japanische-Einrichtungen.de.

Der Grundstein zu Seidels Japan-Begeisterung wurde in seiner Kindheit gelegt, damals begann er mit Judo, später kamen Karate, Taek Wan Do, Kendo und Iado hinzu. Mit Sportgruppen reiste er nach Japan, dort begann er, Textilien zu sammeln und Japanisch zu lernen. Schließlich brachte er Hobby und Beruf zusammen und fing damit an, Räume und Wohnungen im japanischen Stil einzurichten. Zu seinen Kunden zählt der Privatmann, der einen Raum im asiatischen Stil wünscht, ebenso wie eine Firma, die häufig Besuch von Japanern hat. Auch den inzwischen abgerissenen Japan-Shop in der Frankfurter Kleinmarkthalle und die Ruhezone auf der Messe Heimtextil haben Seidel und seine Mitarbeiter entworfen und gebaut.

Alle Hände voll zu tun hat Seidel derzeit, weil er für das Hessische Puppenmuseum in Hanau ein Deutsch-Japanisches Freundschaftsfest oranisiert - am 9. und 10. August dreht sich im Schlosspark Wilhelmsbad alles um das fernöstliche Land. Und auch der Stand auf dem Museumsuferfest in Frankfurt will vorbereitet sein.

 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2003
Dokument erstellt am 24.07.2003 um 00:12:23 Uhr
Erscheinungsdatum 24.07.2003 | Ausgabe: R3 | Seite: 39

 


Öffnungszeiten: Di - So, jeweils 10-12 und 14-17 Uhr


Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181 / 86212, Fax 06181 / 840076, e-mail: hesspuppenmuseum@aol.com



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