Hessisches Puppenmuseum
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monumentalchen

Kleine Architekturen und andere Formschönheiten von Martina Schoder / Niederdorfelden
(18. März bis 9. Mai 2004)

Martina Schoder setzt bevorzugt plastische Materialien ein, die oft im Arbeitsprozess ihren Aggregatzustand verändern. Ton (gebrannt und ungebrannt), Erde (als Grabung und gestampfte Erde), Lehm und Stroh (archaische Bauweise), sowie Gips, Wachs, Papier Pulp und Stoff gehören zum Repertoire der Künstlerin. Alle sind Materialien, die bei der Arbeit einen niedrigen, physikalischen Widerstand bieten, und ganz im Gegensatz zu festen Stoffen, auf jede Berührung und Bewegung der Künstlerin unmittelbar reagieren.

Die plastischen Arbeiten werden von Martina Schoder also nicht konstruiert oder montiert, sondern frei im Raum geformt. Dabei entwickelt sie einen Dialog mit den Materialien und deren stofflichen Eigenschaften, in dem der Wille der Künstlerin ebenso zum tragen kommt wie der Eigensinn des Werkstoffes. Sie reagiert also direkt auf die Fähigkeiten des Materials, setzt aber letztlich ihren Gestaltungswillen durch, der oft die Regeln des Materials ganz bewusst durchbricht. Denn Nichts liegt Martina Schoder ferner als eindeutig materialspezifische Zuschreibungen und Konnotationen. Materialzusammenhang und Formensprache bilden somit immer wieder irritierende Gegensätze, die aber offensichtlich den großen Reiz der Objekte und Raumsituationen begründen.

Ihre organischen Formen wecken Assoziationen zu Wachstum und Fruchtbarkeit und ähneln den Metamorphosen in der Natur. Martina Schoder nutzt die Verwandlungsfähigkeit ihrer Werkstoffe als Grundlage für die Formbildung. Die Verwandlung wird aber oft weiter getrieben als erwartet. So sind die Hohlkörper aus Ton oft dünne Häute, die als pralle Volumen aber den Eindruck von Zerbrechlichkeit überbieten. Dem Material wird dabei immer das Äußerste abgerungen. Die Künstlerin geht bis an die Grenze der physischen Möglichkeiten und erreicht gerade dadurch verblüffende Ergebnisse. Durch beispielsweise ihre Perforierungen löst sie die Oberfläche so weit auf, dass das zu einem transparenten Leichtgewicht transformierte Objekt nur noch entfernt an tradierte Erscheinungsformen von Terrakotta erinnert.

Die Erdenschwere des Materials wird auf andere Weise aufgehoben in den Landschaftsgrabungen. Dort wird beim Ausformen der Negativmasse, dem Graben, die Fülle von Material zum Verschwinden überführt. Diese Umkehrung der physischen Präsenz wirkt ebenso irritierend wie vertraut, denn Jeder kennt nur zu gut die Anziehung, das Geheimnis und die Gefahr, die ein Loch in der Erde auf den Menschen ausübt. Zumal, wenn sie wie in Martina Schoder's Landschaftsskulpturen begehbar sind, also direkt physisch erlebbar.

Eröffnung: 18. März, 17.30 Uhr


Keramikworkshops für Kinder (6 - 12 Jahre) von und mit Martina Schoder

Taube auf Rädern
Wir bauen nach antiken Vorbildern aus der Museumssammlung am 17.04.2004, 14:30 - 17:00 Uhr
Gebrannte Ergebnisse und Experimente
Wir lernen Ton als Abenteuer kennen am 24.04.2004, 14:30 - 17:00 Uhr

Teilnahmegebühr je Workshop und Kind 10,00 € inklusive Material und Brand
Anmeldung erbeten unter 06181-86212

Öffnungszeiten: Di - So, jeweils 10-12 und 14-17 Uhr

Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181 / 86212, Fax 06181 / 840076, e-mail: hesspuppenmuseum@aol.com



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