Hessisches Puppenmuseum
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Wilhelmsbad 1848 - Spielzeug aus der Zeit der Revolution

Turnvater Jahn als Hampelmann - Das Hessisches Puppenmuseum zeigt Spielzeug aus der Zeit der Revolution (1. März bis 28. Juni 1998)

Im Rahmen der Feierlichkeiten "150 Jahre Revolution in Deutschland" darf eine Würdigung der historischen Ereignisse im Bereich der Kur- und Badeanlagen Wilhelmsbad nicht fehlen.

1848, aber auch in der Zeit des "Vormärz" und der "Reaktion", wurde hier Geschichte geschrieben: im Juni 1832 begingen tausende das "Wilhelmsbader Fest" à la Hambach, im September 1848 fand als Symbol einer neuen Zeit die Eröffnung der Eisenbahnlinie Frankfurt-Wilhelmsbad-Hanau mit ca. 15.000 Menschen statt. Und von September bis Dezember 1850 nahm die reaktionäre kurhessische Regierung unter Ludwig Hassenpflug ihren Sitz an der Parkpromenade ein.

Das Hessische Puppenmuseum, seit 1983 im Arkadenbau der Kuranlagen Hanau-Wilhelmsbad beheimatet, kann sich in zweifacher Weise dem bedeutenden Jubiläum widmen: "Einerseits macht es die historischen Räumlichkeiten durch die Präsentation seiner ständigen Schausammlung der Öffentlichkeit zugänglich," so Museumsleiter Martin Hoppe. Während sich die Besucherinnen und Besucher des Museums auf rd. 500 qm über die Entwicklung der europäischen Spielpuppe von der Antike bis in die Gegenwart informieren können, wandeln sie durch die ehemaligen Kurzimmer und haben Gelegenheit, vom ersten Stock des Gebäudes einen Blick in den weitläufigen Wilhelmsbader Park zu werfen. Hoppe: "Auf dem Balkon am heutigen Museumskabinett, befindet man sich genau an der Stelle, von der aus die Redner von 1832, aber auch Robert Blum auf dem Maifest 1848, zu ´begeisterten Massen´ sprachen."

Andererseits erinnert das Museum mit einer viermonatigen Sonderausstellung an die Vorkommnisse von vor eineinhalb Jahrhunderten mit Spielzeug aus der Zeit der Revolution: Vom 1. März bis 28. Juni (Eröffnung am 1. März, 11.30 Uhr) präsentiert es "Michels Maerzerrungenschaften - Spielzeug von rechts und links für Alt und Jung", einzigartige politische Hampelmänner-Karikaturen, die 1848 im Verlag von Eduard Gustav May in Frankfurt am Main erschienen sind und vom Deutschen Historischen Museum Berlin entliehen wurden.

Als willenlose, der Hand des Volkes ausgelieferte Ziehfiguren, sind die Mitglieder der Paulskirchenversammlung Friedrich Daniel Bassermann, Friedrich Christoph Dahlmann, Johann Gottfried Eisenmann, Heinrich Wilhelm August Freiherr von Gagern, Johann Gustav Wilhelm Moritz von Heckscher, Friedrich Ludwig Jahn, Eduard Martin Simson und Alexander Freiherr von Soiron zu sehen. Den kuriosen, mit zahlreichen Attributen ausgestatteten Hampelmännern, stehen zu "Vergleichszwecken" Original-Stiche der Portraitierten, ebenfalls 1848 datiert, gegenüber.

"Neben diesen herausragenden Exponaten sollen etwa Bilderbogen und Puppen aus den Jahren 1820 bis 1850, die aus öffentlichen Sammlungen, aus Privatbesitz und dem Depot des Puppenmuseums stammen, den Zeitgeschmack des Biedermeier verdeutlichen," so der Museumsleiter.

Eröffnung: 1. März, 11.30 Uhr


Begleitheft zur Ausstellung: Wilhelmsbad 1848 - Spielzeug aus der Zeit der Revolution, 1998, ISBN 3-9804785-7-2, 6,50 Euro

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Öffnungszeiten: Di - So, jeweils 10-12 und 14-17 Uhr

Hessisches Puppenmuseum, Parkpromenade 4, 63454 Hanau-Wilhelmsbad, Tel. 06181 / 86212, Fax 06181 / 840076, e-mail: hesspuppenmuseum@aol.com



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