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63454 Hanau-Wilhelmsbad - Arkadenbau (Parkpromenade 4)
Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 10:00 - 12:00 und 14:00 - 17:00 Uhr
neu: Sa. und So.  10:00 bis 17:00 Uhr durchgehend geöffnet

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aktualisiert: 28. Januar 2010

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Gemeinsam - Puppen für Integration und Vielfalt

Sonderausstellung: 07. Februar bis 18. April 2010


Sind Puppen wirklich unschuldige Gefährten der Kindertage?

Das Hessische Puppenmuseum, Hanau-Wilhelmsbad, stellt in seiner neuen Sonderausstellung diese provokante Frage.

Studien zur Rolle des Spielzeugs bei der Bildung von Vorurteilen fehlen. Hier setzt die neue Sonderausstellung ein, indem sie Anstöße liefern möchte, die Puppenwelt auch einmal unter diesem Blickwinkel zu betrachten.

Auffällig ist: Dunkelhäutige Puppen sind selten, obwohl dunkelhäutige Kinder heute zu unserer gesellschaftlichen Normalität gehören. Welche Folgen das für die Entwicklung des Selbstbildes dunkelhäutiger Kinder hat, ist noch unerforscht. Erste pädagogische Untersuchungen in diesem Bereich weisen darauf hin, dass die Begegnung mit einer dominant hellhäutigen Puppenwelt den Kindern ins Bewusstsein bringt, dass sie selbst eine dunklere Haut haben. Diese Kinder müssen dann bei ihrer Identitätsbildung die Botschaft verarbeiten, „auffällig“, „nicht normal“, „nicht so schön“ oder „nicht richtig“ zu sein. Für hellhäutige Kinder ist die Begegnung mit dunkelhäutigen Puppen wohl nicht in ähnlicher Weise belastend oder ein Angriff auf ihr Selbstwertgefühl, im Gegenteil: Die Wahrnehmung, dass kaum Puppen dunkle Haut haben, kann sie in ihrer Erfahrung bestärken, zur dominanten weißen Mehrheit zu gehören, sofern sie auch außerhalb des Spielzimmers dieselben Botschaften erhalten.

Alternative Lebensmodelle – in der Puppenwelt Fehlanzeige. Aber wie soll ein Kind anderen vermitteln, dass es in Ordnung ist, zwei Mütter oder Väter zu haben, wenn die Spielwelt nur Mutter-Vater-Kind-Familien vorsieht?

Puppenkinder mit Behinderung haben es zwar auf die Nürnberger Spielzeugmesse geschafft, aber lange noch nicht als Selbstverständlichkeit in die Kinderzimmer und Kindertagesstätten.

Kinder und Jugendliche verfügen über ein sich ständig wandelndes und entwickelndes Selbstbild. Bereits im Mutterleib, nimmt der Embryo die ihn umgebenden Sprachmelodien auf. Der Neugeborene erlebt sich selbst und die Zuwendung anderer zuerst über körperliche Empfindungen. Aber bereits ab dem dritten Monat verfügen Kinder über die Fähigkeit, Erwachsene aus ihrer Umgebung zu unterscheiden. Mit etwa einem Jahr beginnen Kinder sich als Teil einer Gruppe, die sich von anderen unterscheidet, zu erleben. Unvertraute Lebewesen und Dinge erregen Furcht – allerdings nicht in der Nähe vertrauter Menschen – dann reagiert ein Kind eher mit Neugier.

Es fehlt in Deutschland bisher an Untersuchungen darüber, wie jüngere Kinder Abwertungen von Erwachsenen, die sich auf Hautfarbe, Geschlecht, Behinderungen, Sprache, Religion, Familienmodelle und Kultur beziehen, in ihre Deutungen von Ereignissen und in ihre Handlungen integrieren. Alltagsbeobachtungen in Kindergärten weisen jedoch daraufhin, dass Kinder die genannten Merkmale in ihre Bewertung anderer Kinder einbeziehen, beispielsweise indem sie mit dem Merkmal Hautfarbe ihre Präferenz für Spielpartner und Spielpartnerinnen begründen. Sie beziehen sich dabei gemäß ihrer Entwicklungsphase auf ein sichtbares und die Identität konstituierendes Unterscheidungsmerkmal. Forschungen in USA und Australien beschreiben die Beobachtung, dass Kleinkinder phänotypische und ethnische Unterschiede in ihrer Umwelt nicht nur bereits in sehr frühen Jahren wahrnehmen; sie setzen diese in ihrer sozialen Praxis als Ressource aktiv ein, um ihre Interessen durchzusetzen. Die Wahrnehmung der Merkmale, die bereits früher begonnen hat, wird im Kindergartenalter vertieft.


Die Forschungen weisen explizite darauf hin, dass Kinder bereits ab dem dritten Lebensjahr „radical markers“ wie z.B. Hautfarbe, Haarstruktur, Augenformen identifizieren und Vorlieben und Abneigungen in Bezug auf Hautfarbe zeigen. Es herrsche sowohl bei den hellhäutigen Kindern der weißen Mehrheit wie auch bei den Kindern der schwarzen Minderheit wie auch bei anderen ethnischen Minderheiten eine „pro-white“ Vorliebe vor. Diese Erkenntnisse lassen vermuten, dass Kinder bereits in jungen Jahren ein soziales Wissen um die gesellschaftliche Hierarchisierung von Gruppenmerkmalen und um vorhandene Machtbeziehungen erwerben, innerhalb derer sie versuchen, sich selbst einzuordnen. Es liegt nahe, dass die Identitätsentwicklung junger Kinder in enger Verbindung mit den jeweiligen sozialen und politischen Dominanzverhältnissen steht, in deren Kontext sie aufwachsen.

Mit zunehmender Fähigkeit sich selbst als eigene Person zu erkennen, werden die eigenen Begrenzungen spürbar. Immer wichtiger wird der Wunsch, akzeptiert zu werden. So werden ab dem zweiten Lebensjahr Vorbilder immer wichtiger. Das Kind beobachtet die Reaktion seiner Vorbilder auf andere Menschen und Dinge. Auch ob die Stellung und Tätigkeit eines Menschen hoch bewertet wird, und was ein Mensch anderen gilt, spüren Kinder schnell. Bsp.: Hellhäutige Männer haben die tollen Jobs und sagen was zu tun ist, Frauen müssen die doofen Arbeiten wie aufräumen machen, …

Der Kindergarten ist der öffentliche Raum, in dem manche Kinder erstmals bestimmte Facetten von sozialer Vielfalt erleben. Es zeigt sich, dass die Intensität der Beschäftigung damit davon abhängig ist, welche Aufmerksamkeit der Vielfaltsaspekt erhält und welche Bedeutung die Merkmale für die Identitätsentwicklung haben. Diese ist wiederum häufig damit verknüpft, welchen Status und welche Wertigkeit die betreffende Bezugsgruppe in der Gesellschaft hat.

Es ist die jeweilige politische Vergangenheit und Gegenwart mit ihren Diskursen z.B. zur Geschichte des Kolonialismus, der längst nicht abgeschlossen ist sondern andere Formen angenommen hat, und zur „Weißen Vorherrschaft“, die die Bewertungen der Kinder beeinflusst. Die ausgleichende Funktion z.B. des Einsatzes von Persona dolls liegt darin, gesellschaftliche Ungleichheit und Ungleichbehandlung nicht als unabdingbar, natürlich oder unveränderbar erscheinen zu lassen.

Die Ausstellung wird ergänzt durch 21 großformatige Fotografien von ethnischen Künstlerpuppen, die aus dem Archiv der Zeitschrift "Puppen & Spielzeug" stammen. Wir danken dem Verlag Puppen & Spielzeug im Verlagshaus Wohlfarth für seine Beteiligung an dieser Ausstellung.

Am 1. Advent zog der "Winterzauber" in das
Hessische Puppenmuseum ein

Pünktlich zum 1. Advent begann im Puppenmuseum das vorweihnachtliche Programm. Seit Sonntag, 29. November, 11 Uhr zeigen Miniaturkünstler unter dem Thema "Winterzauber" die Ergebnisse ihres Könnens.

Während in der Halle Miniaturgärten mit leuchtenden, handgefertigten Blumen und Gemüsepflanzen von warmen Tagen träumen lassen, sind die Rodelpartie und der kleine Weihnachtsmarkt mit den Buden voller Erzgebirgswaren und Lebkuchen schon Vorboten der winterlichen Freuden. In einer Miniatur-Weihnachtsbaumaus-
stellung können sich die Besucher Anregungen für ihre Baum-Dekoration holen. Miniaturkonfekt vom Dominostein bis zum Königsberger Marzipan wurde so naturgetreu gestaltet, dass man richtig Appetit bekommt. Klöppelstudio, Krippengeschäft, Scherenschnittatelier, Korb- und Keramikkünstler, Porzellanmalerei und Modistin, vielerlei winzige Kunsthandwerke sind dargestellt.

Ihren Anfang nahm diese Form der Miniaturkunst im 15. und 16. Jh., als Fürsten sich für ihre Kuriositätenkabinette winzig kleine Objekte herstellen ließen. So gehörte das erste wissenschaftlich belegte Puppenhaus auch einem gestandenen Mannsbild - Herzog Albrecht von Bayern (1558). Im Puppenmuseum kann man schon einen Miniatur-Brotbacktisch aus dem 6. Jh. v. Chr. oder kleine Stühle aus dem 5. Jh. vor Chr. finden. Seit dem 17. Jahrhundert weitete sich die Beliebtheit von Puppenhäusern aus - nun auch als Anschauungsobjekte für Kinder. Seit dem 19. Jh. ist dann vermehrt auch das unmittelbare Spiel mit diesen Miniaturen erlaubt.
Die große Holzküche des Museums aus dem19. Jh. ist mit den 5 cm großen Zinntellern gut für kleine Hände geeignet. Das um 1858 entstandene Ipswich-Haus zeigt hingegen einen vollständigen, wohlhabenden Haushalt im Kleinformat. Mit Gläsern, handbemaltem Porzellangeschirr und Mops. Wer wissen möchte wie es sich in einem solchen Puppenhaus lebt, dem sei als Buchtipp „Der kleine Mann und die kleine Miss“ von Erich Kästner empfohlen. Was seit über zweihundert Jahren Kinder begeisterte, hat aber auch nie das Interesse von Erwachsenen verloren. Die bis heute berühmteste Sammlerin im deutschsprachigen Raum war wohl die Fürstin Auguste Dorothea, die in Arnstadt eine ganze Puppenhauswelt entstehen ließ. Heute fertigen die Miniaturenkünstler nach einem international vereinbarten Standard ihre Objekte im Maßstab 1:12.

Außerdem werden in diesem Jahr auch die Räume des Puppenmuseums weihnachtlich geschmückt. Jens Arndt von Konditorei & Café Schien hat einen ganzen Sonntag geopfert, um das große Lebkuchenhaus für das Museum neu erstehen zu lassen und die Assistentinnen des Museums schmücken die große Halle und die einzelnen Räume.


Erweiterte Öffnungszeiten

Wegen des großen Besucheranklangs seit der Wiedereröffnung im April diesen Jahres hat der Trägerverein des Hessischen Puppenmuseums jetzt erstmals seit fünfundzwanzig Jahren beschlossen, die Öffnungszeiten an den Wochenenden zu erweitern. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit wird das Museum samstags und sonntags durchgängig von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet sein. Der kürzlich wieder gewählte Vorsitzende Helmut Geyer sagte dazu: "Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt auch dem Wunsch der Besucher nach erweiterten Öffnungszeiten nachkommen können."Wichtig war es ihm, ausdrücklich den freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Bereitschaft zu zusätzlichem Einsatz zu danken. Da ehrenamtliches Engagement heute überall gefragt ist, freut sich das Museum über die Treue der langverdienten Assistentinnen. Darüber hinaus ist es gelungen, 12 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Ehrenamtsarbeit zu gewinnen.

Großer Puppen- und Bärenmarkt in Wilhelmsbad

am Sonntag den 4. Oktober 2009, zum verkaufsoffenen Sonntag, findet der traditionsreiche Puppen- und Bärenmarkt des Hessischen Puppenmuseums das erste Mal seit Jahren wieder in den eigenen Räumen des Puppenmuseums statt. Viele Aussteller aus ganz Deutschland haben zu diesem erfreulichen Anlass ihre Teilnahme zugesagt und so wird mancher Schatz zu entdecken sein. Historische Porzellan- und Zelluloidpuppen, Künstlerpuppen, Teddybären und Zubehör warten auf den Liebhaber. Allen Interessierten bietet das Museum an diesem Tag eine kostenfreie Puppenberatung an. Wer Müde vom vielen Schauen ist, kann sich bei Kaffee und Kuchen entspannen.

„Die Farben des Regenbogens“

Ausstellung im Hessischen Puppenmuseum zeigt
Puppengeschichten als Brücke zwischen den Generationen

Die „Lebensgeschichten“ mancher Puppen sind bunt wie ein Regenbogen finden die Schülerinnen der Wiesbadener Künstlerin Claudia Kutžera. Die Mädchen versetzten sich  in den letzten Wochen in die Gefühlswelt von Kindern aus dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts und entwickelten fantasievolle Arbeiten zu den Kindheitserinnerungen früherer Puppenmuttis, die ab Sonntag dem 27. Januar 2008 ab 11:00 Uhr im kleinen Ausweichquartier des Puppenmuseums im Fürstenbau zu sehen sind. Anlass waren die von Puppengebern und Besuchern in über zwanzig Jahren gesammelten ganz persönlichen Puppengeschichten der Hanauer Museumsgründerin Gertrud Rosemann, die diese den Ehrenamtlichen des Museums und ihrer Nachfolgerin zum Beginn des fünfundzwanzigjährigen Jubiläumsjahres überreichte. Ein Geschenk das mit großer Freude aufgenommen wurde, denn diese Geschichten lassen vergangene Zeiten manchmal kurios, traurig, fröhlich und besonders authentisch lebendig werden. Die persönlichen Geschichten zu den Puppen werden auch beim Wiederaufbau ein wichtiges dokumentarisches Element im Museum sein erklärt Frau Dr. Raetzer. Dafür laufen die Vorbereitungen hinter den Kulissen übrigens auf Hochtouren.Die „Lebensgeschichten“ mancher Puppen sind bunt wie ein Regenbogen finden die Schülerinnen der Wiesbadener Künstlerin Claudia Kutžera. Die Mädchen versetzten sich  in den letzten Wochen in die Gefühlswelt von Kindern aus dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts und entwickelten fantasievolle Arbeiten zu den Kindheitserinnerungen früherer Puppenmuttis, die ab Sonntag dem 27. Januar 2008 ab 11:00 Uhr im kleinen Ausweichquartier des Puppenmuseums im Fürstenbau zu sehen sind. Anlass waren die von Puppengebern und Besuchern in über zwanzig Jahren gesammelten ganz persönlichen Puppengeschichten der Hanauer Museumsgründerin Gertrud Rosemann, die diese den Ehrenamtlichen des Museums und ihrer Nachfolgerin zum Beginn des fünfundzwanzigjährigen Jubiläumsjahres überreichte. Ein Geschenk das mit großer Freude aufgenommen wurde, denn diese Geschichten lassen vergangene Zeiten manchmal kurios, traurig, fröhlich und besonders authentisch lebendig werden. Die persönlichen Geschichten zu den Puppen werden auch beim Wiederaufbau ein wichtiges dokumentarisches Element im Museum sein erklärt Frau Dr. Raetzer. Dafür laufen die Vorbereitungen hinter den Kulissen übrigens auf Hochtouren.


Regenbogen-Puppenbild