Puppe











Willkommen im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum. Das Museum mit einer der bedeutendsten Spezialsammlungen für Puppen in Europa

 

Ständige Ausstellung

Seit Ende 2009 hat Hanau eine weitere Attraktion: Das Hessische Puppenmuseum, seit 2016 "Hessisches Puppen- und Spielzeugmuseum", eröffnete nach umfassenden Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten wieder seine Türen für die Besucher. Die Nordseite des Museums ist der Puppengeschichte von der Antike bis zur Moderne gewidmet und lädt zu einer Reise durch ca. 2400 Jahre Kulturgeschichte im Kleinformat ein. Die Südseite bietet Themenschwerpunkte wie Puppengeschirr, Japans Puppenwelt, Zirkus, aktuelle Puppenhausminiaturen und seit 2016 auch Blechspielzeug. Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und ein lebendiges Veranstaltungsprogramm ins Museum.

Das Hessische Puppenmuseum wurde 1983 auf Initiative der Stadt Hanau und des Landes Hessen eingerichtet. Grundstock bildete die Sammlung Gertrud Rosemann, die von der Stadt Hanau angekauft und zur Verwaltung in die Hände eines gemeinnützigen Trägervereins gegeben wurde. Dessen Mitglieder setzen sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Museums ein. Das Land Hessen stellt die Räumlichkeiten im Arkadenbau der ehemaligen Kuranlage von Wilhelmsbad zur Verfügung. Das Museum steht unter wissenschaftlicher Leitung. Viele wichtige Aufgaben im Museum, wie Besucherbetreuung, Puppenberatung und Museumspädagogik erfüllen ehrenamtliche Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Antike

Das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum zeigt in seiner ständigen Ausstellung antikes Spielzeug vom 4. Jh. vor unserer Zeitrechnung bis ins 1. Jh.. Während sich damals die etwa zweijährigen Jungen und Mädchen an Rädertieren in Form von Schafen, Tauben oder Löwen vergnügten, erhielten die älteren Kinder eher "zukunftsweisendes" Spielzeug. Die Jungen bekamen tönerne Soldaten, Hirten mit Tieren oder kleine Fuhrwerke. Soldat, Landbesitzer, Kaufmann, das waren wünschenswerte Karrieren in der antiken Welt. Die Mädchen spielten mit kleinen Haushaltsgeräten, Modepuppen Typ Venus oder Hera oder mit Babypuppen. Einige Spielzeuge waren ursprünglich leuchtend bunt bemalt.

Ständische Gesellschaft

"Prinzessinnen" verfügten über kostbare, oft hölzerne Puppen, die sie auf ihre späteren Repräsentationspflichten vorbereiten sollten. Dazu gehörten Spitzenkleider und Schminkkoffer mit Silberausstattung. Der Luxus kannte auch in der Puppenwelt keine Grenzen. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts beschenkten auch wohlhabende Bürger ihre Kinder mit Spielzeug. Für die Töchter entsprach es allerdings ihren Idealvorstellungen von der "fleißigen Hausfrau": Puppenküchen, Wickelkinder, Waschzubehör. Durch den größeren Abnehmerkreis entstanden u.a. im Erzgebirge und in Südtirol in Heimarbeit die ersten Massenproduktionen von hölzernem Spielzeug.

Bürgerliche Gesellschaft

Mit der Einführung des mechanischen Webstuhls wandelte sich die Textilherstellung, die Modeindustrie entstand. Es bestand ein Regelwerk von angemessener Bekleidung zu verschiedenen Anlässen, das die Töchter wohlhabender Familien beim Umgang mit Puppen lernen sollten. Es wurden nun Puppen in größeren Stückzahlen mit Köpfen aus Papiermaché oder glasiertem Porzellan - um 1830 meist schwarzhaarige Schönheiten - produziert. Ab 1860 kam das Biskuitporzellan mit seiner leicht rauen Oberfläche in Mode - von nun an hieß es: Blondinen bevorzugt.

Einige Puppen wohnten in kostbaren Puppenhäusern mit Kristallkronleuchter und kostbaren Möbeln, jedoch ohne Badezimmer. Puppenfamilien und das dazugehörige Dienstpersonal bieten Einblick in vergangene, großbürgerliche Lebensumstände. Kaufmannsläden ab 1870 zeigen, welche Funktionen damals die zur Versorgung wichtigen kleinen Läden übernahmen: Güter für den täglichen Bedarf, Delikatessen, Kreditinstitut, Lotterieannahme, Schnellimbiss, Austausch von Informationen.

Moderne

Das technische Aufrüsten im Haushalt an der Wende zum 20. Jh. lässt sich auch an der Ausstattung der kleinen Puppenmütter zeigen. Das Besondere: Viele kleine Haushaltsgeräte waren voll funktionstüchtig. Es konnte gebügelt und gekocht werden. Beim Kochen beteiligten sich, damals pädagogisch ungeplant, gern auch die Jungen. In den Kaufmannsläden hielten die ersten Markenwaren Einzug.

Ab 1908 gab es einen neuen Trend - Puppen sollten aussehen wie echte Kinder: Mal missmutig und mal fröhlich. Sie erhielten "Charakterköpfe", Kurbelköpfe und Kugelgelenke für eine natürliche Bewegung und Schelmenaugen. Die steigende Geburtenrate von Puppensäuglingen zeigt den Bedeutungszuwachs der Mutterrolle in der Gesellschaft.

Während Anfang des 20. Jh. auch bei den Puppenkindern noch die elegante Blässe vorherrschte, zeigten die Schildkrötkinder der 30er Jahre ein anderes Menschenideal. Das neue Material Celluloid half dabei, sein Puppenkind hygienisch sauber zu halten und die Puppen wurden nun auch "sonnenbraun" angeboten. Ihr nettes Äußeres und ihr verhältnismäßig günstiger Preis machten sie zu besonders beliebten Puppen bis in die 60er Jahre des 20. Jh. als die Barbiepuppe bereits mit ihrem Siegeszug begann.

Puppenhausminiaturen

Auch in unserer Zeit entstehen faszinierende, detailreiche Puppenhäuser, die mit viel Liebe zum Detail in Anlehnung an historische Vorbilder geschaffen werden.

Fantastische Welt

Wenn ein Zirkus oder Jahrmarkt in die Stadt kam, welche Aufregung! Wilde Tiere, Akrobaten und nicht zu vergessen die bunten Zuckerstangen, die man nur dort erhalten konnte. - Gerne tauchten und tauchen Kinder beim Spiel in diese Fantasiewelten ein, sind Zirkusdirektor oder Seiltänzerin. Ein Spielzeug-Klassiker aus der Schaustellerwelt ist der Humpy Dumpy Zirkus.

Japans Puppen

In Japan gilt keine geliebte Puppe als seelenlos, denn sie erhält von ihrem Menschenkind ein kleines Stückchen der Seele. Dafür spendet sie Segen, sorgt für Tapferkeit und besorgt vielleicht sogar einen guten Ehemann. Ein besonderer Besitz unseres Museums ist eine Puppenpyramide, die den kaiserlichen Hofstaat nachbildet.

Tischkultur


Um den ästhetischen Geschmack zu schulen und den vorsichtigen Umgang mit Geschirr zu erlernen, erhielten die Mädchen zum Teil kostbare und vielteilige Porzellangeschirre im Miniaturformat. Neben speziellen Kinderservicen mit entsprechenden Mustern gab es auch Verkleinerungen von Erwachsenengeschirren.

Mechanische Puppen


Der Mensch ist von jeher fasziniert von künstlicher Bewegung. So ging mit der technischen Entwicklung von Zahnrädern und Antriebsfedern bei den Uhren eine Schaffung von mechanischen Spielzeugen einher. Clownsfiguren, die Musik machen konnten, Puppendamen, die sich die Nase pudern, tanzen und schreiben konnten - alles war möglich.